Jeder fünfte Österreicher leidet an Darmträgheit. Besonders betroffen sind Frauen (mehr als 60 Prozent), Bettlägerige und mobil eingeschränkte Personen.
Verstopfung zählt zu den typischen Wohlstandserkrankungen. Zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Stress oder andere psychische Belastungen sind die häufigsten Ursachen.
Verstopfung und Darmträgheit sind für Betroffene eine peinliche Angelegenheit, über die man nicht gerne spricht. Schließlich gehört der Analbereich zu den intimsten Zonen des menschlichen Körpers. Deshalb versuchen die meisten, das Problem »im Geheimen« zu lösen. Statt einen Arzt aufzusuchen oder seine Lebensgewohnheiten zu ändern, greifen viele zu Abführmitteln. Das Fatale daran: Der träge Darm gewöhnt sich an dieses »chemische Wachrütteln« und verlangt bald nach mehr. Eine ständige Steigerung der Dosis ist die Folge.
Ernährung umstellen
Dabei würde schon eine Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreiche Kost den allzu faulen Darm an seine eigentliche Aufgabe erinnern und zu mehr Aktivität reizen. Worauf man auf jeden Fall achten sollte: auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Mindestens zwei Liter pro Tag wären ideal.
Hilft alles nichts oder befindet sich helles Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier, sollte man einen Facharzt aufsuchen. Denn das könnte unter anderem auf ein Hämorrhoidenleiden hindeuten.
Hämorrhoiden sind die häufigste Ursachen für Blut im Stuhl (siehe nachstehende Kolumne »Aus der Praxis«). »Wegbereiter« für Hämorrhoiden sind Verstopfung, die regelmäßige Einnahme von Abführmitteln und häufige Unterdrückung des Stuhlgangs.
Auch zu starkes Pressen vergrößert die Hämorrhoiden. Dadurch sammelt sich mehr Blut in den Gefäßen des Afters, die Gefäße im Darm werden erweitert, das wiederum begünstigt die Bildung von Hämorrhoiden.
Man unterscheidet vier Entwicklungsstadien von Hämorrhoiden:
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Im ersten Stadium sind sie äußerlich meist nicht sichbar, Beschwerden treten keine auf.
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Im 2. Stadium können Hämorrhoiden beim Stuhlgang aus dem After treten, es kommt zu Juckreiz, Brennen und Blutungen.
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Im dritten Stadium zie-hen sich Hämorrhoiden nach dem Stuhlgang meist nicht mehr zurück, können aber zurückgeschoben werden. Es kommt zu Nässen und Schleimabgang.
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Ständige Hautirritationen und Schmerzen durch Entzündungen kennzeichnen das 4. Stadium, in dem die Hämorrhoiden auch nicht mehr zurückgedrückt werden können.
Laut Statistik leidet jeder Zweite einmal im Leben an Hämorrhoiden.